
Vom 24. bis 26. Juli war ich mit Martin, Helli und Sabeth in Ehrenberg bei den Ritterspielen. Zum ersten Mal. Martin ist ja ein großer Ritterfan und da auch ich gerne die alten Zeiten mag und gerne in Kostüme schlüpfe, musste er mich nicht lange überreden, mitzufahren.
Die Vorfreude begann bereits Wochen vorher, als ich im Internet geschmökert habe und mir ein passendes Outfit zusammengestellt habe. In Kaltenberg konnte ich es ja bereits probetragen und habe mich echt toll gefühlt!
In Ehrenberg konnte ich dann so richtig in die Mittelalterwelt eintauchen – und bald kamen einem die „anderen“ Besucher wie Außerirdische vor. Ist doch völlig normal, dann man mit Rock, Bluse und einfachen Lederschuhen rumrennt…! Es gab viele Stände zum Schauen, aber auch auf allen Wegen waren so viele in Gewandung, dass einem keine Sekunde langweilig wurde. Entdeckt habe ich das Kirschbier, das ich noch um vieles leckerer finde als den Met. Besonders toll in Ehrenberg fand ich das Lagerleben. Die einzelnen Gruppen haben auf einer riesigen Wiese ihre Zelte aufgeschlagen und man kann auf einem Weg durch das Lager schlendern und ihnen beim Kochen, Werkzeug pflegen und Leben zusehen. Das fehlt in Ehrenberg total und ist hier ein absoluter Höhepunkt. Das Ritterturnier ist hier in Ehrenberg auch wesentlich mit mehr Herz aufgebaut als in Kaltenberg – es sind hier fast durchwegs Laiendarsteller, und vor allem ist man wesentlich näher am Geschehen.
Leider war das Wetter am Freitag und Samstag sehr regnerisch. Helli und Sabeth sind leider immer sehr früh verschwunden, aber Martin und ich haben noch fest weitergefeiert. Am Samstag hat es echt heftig geregnet und wir hatten vor lauter Wasser wirklich alles nass – wir sind dann vom Festplatz zu Fuß ohne Umhang und Schirm durch die Sturzbäche zum Auto gelaufen. Vor dem Auto hat mich Martin im strömenden Regen noch geküsst. Es war sooooo romantisch!!!
Doch leider mussten wir mit dem Auto erst noch aus dem Matsch rauskommen. Dank mir tollen Autofahrerin ;-) ist uns das auch gelungen. Wir haben eine Runde gedreht, aber alle Ausfahrten des Parkplatzes waren verriegelt – wegen Vermatschung. Als uns dann doch ein Feuerwehrmann geöffnet hat, mussten dieser und Martin anschieben. Der Matsch hat nun nicht nur das Auto bedeckt, sondern auch noch meinen kompletten Martin – ojeeeee!
Im Hotel war die Chefin dann gleich sehr freundlich und hat uns angeboten, unsere klitschnassen Sachen in der Sauna aufzuhängen. Das haben wir dankend entgegengenommen. Die Schuhe waren allerdings bis zum nächsten Morgen nicht trocken, da musste ich mir schnell neue kaufen bzw. einfach barfuß gehen :-)
Gewundert habe ich mich, als ich mal zwischendurch einen Blick aufs Handy geworfen habe – mehrere Anrufe von Eva. Eigenartig. Aber plötzlich war alles klar, als sie und Cäsar hinter mir standen. Sie waren auch auf dem Ritterfest, weil Cäsar auch ein Mittelalter bzw. Römerfan ist!
Am Sonntag hat dann die Sonne gescheint und wir haben einen letzten Tag genossen. Durch das Lager geschlendert, ein paar Dinge bei den Ständen gekauft, Musikgruppen angehört, in der Wiese gelegen, getrunken, gegessen (leckere vegetarische Hanffladen!) – und am Nachmittag sind dann auch Martin und ich vor den Touristen mit Kinderwagen geflüchtet, die das Mittelalterfeeling ein bisschen zerstört haben.
Das war sicher nicht das letzte Mal, dass ich bzw. wir hier waren. Nächstes Jahr vielleicht schon mit selbstgenähtem Outfit. Mal sehen…
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