Ende August / Anfang September habe ich mich mit Martin für ca. 10 Tage nach Porec verabschiedet. Ein paar Tage Urlaub mit Sonne, Meer, Ausgehen und Entspannung. Ziemlich lange habe ich im Internet recherchiert, wo der ideale Platz für uns wäre, der all unsere Anforderungen erfüllen könnte. Ist ja gar nicht so einfach, Last Minute etwas Günstiges zu finden, einen Ort der sowohl entspannten Urlaub, wie auch reges Nachtleben in Gehweite anbietet.
Fündig geworden sind wir schließlich im Verkehrsbüro, das uns einen Urlaub in Porec empfohlen hat. Unterkunft in einem Appartement. Damit mussten wir uns gedanklich erst anfreunden, fanden es dann aber doch ganz cool. Wir hatten das Auto vollgepackt mit Waschschüssel, zahlreiche Decken und Polster für das anscheinend sehr abgewohnte Sofa, ausreichend Alkohol (Reste von der Grillparty), Gitarre, Musikanlage, Kerzen – alles, was man in einem Appartement so braucht…
Groß war dann die Enttäuschung, als uns die Dame an der Reception sagte, dass wir falsch sind. Dass wir bei den Appartements Pical stehen, aber aber auf unserem Buchungszettel steht Hotel Pical. Total niedergeschlagen saßen wir dann mit lauwarmen Drinks im Hotelzimmer ohne Klimaanlage und überlegten, welche Möglichkeiten wir haben. Auf jeden Fall mal ein saftiges Beschwerdemail ans Reisebüro.
Wir haben eingesehen, dass wir an der Unterkunft wohl nichts ändern können und haben das Beste daraus gemacht. Die Getränke haben wir so gut es ging in der undichten Badewanne eingekühlt, die Gitarre, Luftmatratzen und Soundanlage kamen trotz Hotel ins Zimmer. Wenigstens hatten wir einen großen Balkon! Das Zimmer war echt ok, sauber und modern – auch, wenn das Hotel im Empfangsbereich schon „den Charme einer russischen Parteizentrale“ hatte, wie es ein User im Netz so nett formulierte.
In Porec war überall sehr viel Musik präsent. Beachparty am Strand (naja, klingt jetzt aufregender als es war, aber für einen gemütlichen Cocktail am Biertisch hat’s gereicht…), fast jeden Abend Tanzabend mit Livemusik am Hotelpool, Liveband am Tequila Beach, nur 5 Gehminuten vom Hotel entfernt. Tequila Beach war überhaupt ganz ok – ein Hüttl mitten im Strandwald, ein paar Sessel mit Blick aufs Meer, Rockband mitten zwischen den hohen Bäumen. Irgendwie schräg und witzig!
Die Stadt war ca. 15 Gehminuten vom Hotel entfernt, das war sehr ok. Einige Male sind wir reinspaziert, bzw. auch mit dem Transferzug an der Strandpromenade reingefahren, auf einen Drink in der Bar, zum Shoppen, zum Tanzen. Vor allem die Tequila Bar lag auf halbem Rückweg, da konnte man schon mal auf einen letzten Drink vorbeischauen.
Apropos Shoppen… mir scheint, in sämtlichen Küstenorten in Istrien gibt es nur zwei Modemarken: Ed Hardy und Polo. Echt. Martin wollte sich ein paar coole T-Shirts kaufen, aber es gab wirklich in JEDEM Laden nur diese zwei Marken! Wer es nicht gesehen hat, glaubt es nicht!
Der Strand war sehr schön. Direkt beim Hotel, sehr langgezogen, mit vielen Bäumen, die Schatten spenden (wichtig für mich!) und Liegeplätzen mit Ausblick auf interessante Dinge wie das Meer, Segelboote und hübsche Frauen. ;-) Man konnte sich aussuchen, ob man einen eher steinigen Strand haben wollte, oder feine Kiesel. Wir hatten volles Programm – ein paar Stunden am Meer, ein paar Stunden am Pool. Lesen, liegen, schauen, snacken, baden, …
Am Abend war (fast) immer ausgehen angesagt. Auf einen Tanz an den Hotelpool, danach auf einen Drink. Oder zum Tanzen. Da wir das ursprünglich angepeilte Byblos nicht gefunden haben, sind wir spontan in einen Discobus eingestiegen, der uns zum Club Playa gebracht hat. War eine sehr witztige Aktion, im offenen Pickup bei vollem Sound mit kreischenden Mädels durch die Nacht zu brausen! Der Club selbst war leider nicht so besonders. Publikum seeehr jung und Hiphop Sound – naja. Doppelt geärgert haben wir uns, als wir am nächsten Tag ein Taxi zum Byblos („Europas beste Disco“) bestellt haben, und uns der Taxifahrer dann mitgeteilt hat, dass dort gestern Saisonabschluss war. Das wars für heuer. Neiiiiiiin!!!
Ein Tag war einem Ausflug nach Rovinj gewidmet. Da wir kein Ausflugsboot gefunden haben, das nur nach Rovinj fährt und keinen Ganztagesausflug macht, sind wir (oder besser gesagt Martin) mit dem Auto dorthin gefahren. Die Stadt ist sehr nett. Wir sind durch die romantischen Gassen geschlendert, rauf zur Kirche (naja) und zurück zum Hafen. Mittagessen. Nach ein paar Stunden und vielen Geschäften mit Ed Hardy ging’s wieder zurück nach Porec.
Ein andermal haben wir einen Ausflug nach Norden, genauer gesagt nach Piran (Slowenien) gemacht, wo gerade mein Bruder Markus mit Susi und Phillip urlaubte. Auch eine sehr nette Stadt! Wenn auch wesentlich weniger touristisch als Porec oder Rovinj. Nach einem Zwischenstopp in der Wohnung dann an den Strand, wo Markus schon ein schönes Plätzchen reserviert hatte. Ratschen, Baden und Rumlaufen mit Phillip. Und ein sehr leckeres Getränk im Strandcafé, weiß aber nicht mehr wie es heisst. Irgendwas mit Prosecco. Zuhause frisch machen und dann gemütliches Abendessen mit angenehmer Unterhaltung in einem Restaurant direkt an der Strandpromenade. Phillip hat sich gottseidank entschieden, tief und fest zu schlafen, so konnten alle den Abend in Ruhe genießen :-)
Eine sehr überraschende Nachricht hatte Martin auf dem Handy. Sein Papa hat Kontakt zu ihm aufgenommen, weil er auch gerade mit seiner Freundin in der Nähe Urlaub gemacht hat. Martin hat schon vor einiger Zeit den Kontakt zu seiner Familie stark eingeschränkt bzw. abgebrochen, weil der Einfluss von dort sehr – naja – destruktiv – war und ist. Aber das ist eine andere Geschichte… Nach langem Überlegen haben wir uns dann doch getroffen und wir haben uns aufs „Schlimmste“ gefasst gemacht. Aber das Treffen war dann doch ganz ok.
Am letzten Abend war ein großes Saisonabschlussfest am Hafen in Porec. Da mussten wir natürlich hin. Viele Stände mit Essen und Trinken, Riesenbühne mit Livemusik, Konzert und DJ. Und viele Leute. Sound war auch sehr ok und jung. Wir sind ziemlich lange rumgehopst und haben uns dort und in verschiedenen Bars amüsiert. Leider mussten wir am nächsten Tag nach Hause fahren, deshalb sind wir „schon“ um fünf oder so nach Hause ins Hotel.
Am Vormittag vor der Abfahrt haben wir noch ein bisschen Luftmatratzen-Schlaf am Strand genossen, und dann noch die Spielhalle an der Strandpromenade besucht. Das Airhockey ist echt witzig. Bin zwar (noch) ziemlich langsam, aber Hauptsache, es macht Spaß!
Alles in allem war es ein feiner Urlaub – und die meisten unserer Wünsche wurden auch erfüllt.


