in Rollen schlüpfen
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Ja, ich schlüpfe gerne in Rollen. Wenn ich mir bewusst bin, dass es nur eine Rolle ist und ich wieder aussteigen kann. Im täglichen Leben. Und auch auf der Bühne. Nämlich seit vielen Jahren beim Tiroler Volkstheater Kufstein. Zum ersten Mal stand ich auf der Bühne mit 17 (?) Jahren als Schneeweißchen im Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“. Nach weiteren Märchen folgten dann einige Bauernstücke und schließlich Boulevardkomödien, Klassiker und sogar ein Musical (Choreographie, Chor und Volk bei „My fair lady“) im Jahr 1998. Einer der bisherigen Höhepunkte war sicher mein Tanz und Monolog beim Burgspektakel „Hexen, Adel, Antihelden“ 1994.
Meist war ich jedoch unsichtbar und habe im Hintergrund gewerkt – Bühnenmalerei, Maske, Chor.
Umso erfreulicher, dass mir Klaus 2007 im Dreipersonenstück die „Geschlossene Gesellschaft“ von Jean Paul Sartre die Rolle der lesbischen „Ines“ zutraute. Eine schöne (schauspielerische) Herausforderung, die mehr Spaß machte als alle anderen Rollen bisher. Ich finde es interessant, wenn man sich in eine Rolle einleben muss, eintauchen in die Welt der Person, die man spielt. Nicht Text aufsagen, sondern Gefühle und Emotionen vermitteln. Von innen heraus. Aber das strengt auch an. Ich hatte noch nie eine so anstrengende Probenzeit – und auch nach jeder Aufführung war ich komplett körperlich geschafft. Aber der Erfolg gab uns Recht: wir waren ein tolles Team und das Stück lockte viele Leute ins Theater, die sonst nie kommen. Und begeistert sind.


